Glücksspielsucht

Glücksspielsucht

Ein Glücksspiel liegt vor, wenn zur Teilnahme am Spiel ein Entgelt entrichtet werden muss und der Ausgang des Spiels vorrangig oder vollständig vom Zufall abhängt. Darin unterscheiden sich Glücksspiele von Kompetenz- bzw. Geschicklichkeitsspielen wie Schach, bei denen man durch eigene Kompetenzen den Ausgang des Spiels beeinflussen kann. Beispiele für Glücksspiele sind: Lotterie, Rubbellose, Roulette, Poker, Glücksspielautomaten, Sportwetten oder Gewinnhotlines.
Insbesondere der Geldeinsatz und die Hoffnung auf Gewinn verleihen dem Glücksspiel den damit verbundenen Nervenkitzel. Die gesellschaftliche Bedeutung von Geld sowie die damit verbundene Aussicht auf Reichtum und Anerkennung können den Reiz zu spielen verstärken. Glücksspiel kann angenehme Gefühle hervorrufen, dessen Spannbreite sofort erlebbar ist, solange Gewinnaussichten bestehen. In dieser Hinsicht kann man die Wirkung des Glücksspiels mit der eines Suchtmittels vergleichen. In Gewinnphasen kommt die Spieler*in in Euphorie, bei Verlusten allerdings setzen Enttäuschung, Missstimmung und  Niedergeschlagenheit ein.

Nach einer aktuellen Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zeigen 1% (ca. 500.000 Menschen) der 16- bis 65-jährigen ein problematisches bzw. pathologisches Spielverhalten. Männer zeigen hierbei doppelt so häufig wie Frauen Anzeichen dieser Problematik. 
In Deutschland belief sich der Umsatz des legalen Glücksspielmarktes im Jahr 2015 auf 40 Mrd. Euro. Den größten Anteil am Gesamtumsatz tragen Geldspielautomaten mit 58%, gefolgt von Einnahmen des Lotto- und Totoblocks (19,4%) und Angeboten der Spielbanken (17,9%). Das siebente Jahr in Folge sind die Umsätze für Geldspielautomaten kontinuierlich angestiegen. Im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung weisen problematische sowie pathologische Glücksspieler*innen eine hohe Komorbiditätsrate auf. Pathologische Spieler*innen weisen im Vergleich zu anderen Klient*innen mit Suchtproblematiken die höchste Verschuldung auf. Bei 15,8% beträgt die Verschuldung mehr als 25.000 Euro.

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