Fachtag "Lebenskompetenzen im Gepäck - Universelle Suchtprävention in Kita und Schule"

Datum | Zeit:27.11.2019  |  09:30-16:00 Uhr, Einlass und Anmeldung ab 9:00 Uhr
Veranstaltungsort:Sächsische Aufbaubank (SAB), 01069 Dresden, Pirnaische Str. 9
Teilnahmegebühr:45,00 Euro
Inhalt:Tagungsprogramm 
     

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    Themenfokus im Workshop-Charakter:

     

    1. Themenfokus: Resilienz. Belastungen widerstehen und "zum Glück" berührbar bleiben

    Resilienz wird verstanden als Fähigkeit, Prozess und Ergebnis, erfolgreich mit Belastungen umzugehen und dabei individuelle, soziale und strukturelle Ressourcen zu nutzen. Aber ist resilient auch derjenige, der bei Belastungen Mauern um sich baut, die keine Türen mehr haben und so ein Kontakt zur Außenwelt beeinträchtig bleibt? Oder wer sich in Anpassungsprozessen so "zurechtbiegt", dass er sich selbst nicht mehr erkennt? Bei aller Widerstandsfähigkeit bleibt es für das menschliche Leben wichtig, berührbar zu bleiben. Im Workshop wird theoretisch wie praxisbezogen und anhand von Reflexionen aus dem Berufsalltag der Teilnehmenden das Phänomen der Resilienz aus mehreren Perspektiven beleuchtet.

     

    Prof. Ulrike Graf, Pädagogische Hochschule Heidelberg, Institut für Erziehungswissenschaften

     

     

    2. Themenfokus: Kinder aus suchtbelasteten Familien verstehen und stärken

    Je mehr pädagogische Fachkräfte in der Lage sind, Kinder aus suchtbelasteten Familien zu erkennen, zu verstehen und zu unterstützen, desto höher sind die Chancen, dass sich möglichst viele dieser Kinder gesund und widerstandsfähig entwickeln. Fachkräfte, die mit betroffenen Kindern und deren Familien in Kontakt sind, stehen vor vielen Herausforderungen und Fragen. Im Workshop werden Handlungsmöglichkeiten und -notwendigkeiten aufgezeigt und individuelle sowie institutionelle Unterstützungsmöglichkeiten vorgestellt. Ziel des Workshops ist es vordergründig, die Entwicklung und die Situation der betroffenen Kinder richtig einzuschätzen und ihre Stärken und Ressourcen zu fördern.

     

    Heidrun Hessel, Sozialarbeiterin, Städtisches Klinikum "St. Georg" Leipzig, Zentrum für Drogenhilfe, Fachbereich Familienhilfe

     

     

    3. Themenfokus: Eltern als Partner der Lebenskompetenzförderung im Kontext Schule

    Kinder und Jugendliche zu befähigen, ihre Lebenskompetenzen zu entwickeln, zu fördern und zu stärken, ist eine gemeinsame Aufgabe von Elternhaus und Schule, die partnerschaftlich zu meistern ist. In dem Workshop betrachten wir Sichtweisen und Haltungsfragen der Zusammenarbeit und beschäftigen uns mit den Fragen: Was bedeutet Elternzusammenarbeit? Wie kann diese in verschiedenen Institutionen gelingen? Welche Gelingensfaktoren und Stolpersteine kann es dabei geben? Welche Möglichkeiten der Zusammenarbeit bieten bestehende Präventionsprogramme?
    Des Weiteren tauschen wir uns über Best-Practice-Beispiele aus.

     

    Ines Pröhl, Netzwerk für Kinder und Jugendarbeit e. V.

     

     

    4. Themenfokus: Medienkompetenz ist Lebenskompetenz?! Globale Themen spielerisch vermitteln

    Der Erwerb von Medienkompetenz ist zum Grundbaustein unserer heutigen Lebenswelt geworden. In diesem Workshop werden Methoden des medienpädagogischen Arbeitens mit verschiedenen Zielgruppen vorgestellt. Hierbei wird der Fokus auf die Vermittlung entwicklungspolitischer Themen gelegt. In aktiver Methodenarbeit erfahren die Teilnehmenden, wie sich sogar komplexe Themen wie Flucht und Migration bereits für Kinder im Vorschulalter mithilfe interaktiver Medien spielerisch vermitteln lassen. Des Weiteren wird das Filmgespräch als mediengestützte Methode anhand eines Kurzfilmes und die Möglichkeit der Comic-Herstellung mit der App "Halftone" als umsetzbare Elemente praktisch vorgestellt.

     

    Laura Wagenbrett, Projektleitung "Medien im Dialog - Die Welt mit anderen Augen sehen", Landesfilmdienst Sachsen e. V.

     

     

    5. Themenfokus: Theaterpädagogische Methoden in der Präventionsarbeit mit Kindern

    In der Präventionsarbeit mit Kindern trifft man auf mehrere Herausforderungen. Zum einen sind entwicklungspsychologisch bedingt Rezeptions- und Verarbeitungsmöglichkeiten der Kinder zu beachten, zum anderen gilt es, Probleme und Konflikte im Bereich Sucht kindgerecht aufzubereiten und darzustellen. Ebenfalls steht die Frage nach der geeigneten Präventionsstrategie im Raum. Theaterpädagogische Ansätze und Methoden bieten hier einen besonders geeigneten Zugang. Sie können einen eigenen Erfahrungsraum schaffen, in dem die Kinder selbst zu Akteuren werden, statt nur zu rezipieren. Im Workshop werden verschiedene Ansätze und Methoden vorgestellt und selbst ausprobiert, um zu einer Weiterbeschäftigung mit diesen anzuregen. Bitte bringen Sie dazu bequeme Kleidung und flache Schuhe mit.

     

    Dirk Strobel + Walter Henckel, Theaterpädagogisches Zentrum Sachsen e. V.

     

     

    6. Themenfokus: Interaktive Methoden in der schulischen Suchtprävention

    Ziel des Workshops ist es, den Teilnehmer*innen bewährte Methoden und Materialien zur Suchtprävention und Gesundheitsförderung vorzustellen sowie deren Einsatzmöglichkeiten zu diskutieren. Die Fachkräfte lernen konkrete Workshop-Angebote des Schülermultiplikatorenprojektes "FREE YOUR MIND" kennen, die nicht nur praktisch erprobt sind, sondern auch selbst im Anschluss an den entsprechenden Einrichtungen umgesetzt werden können. Abgerundet wird die Veranstaltung durch einen kurzen Überblick über die theoretischen Grundlagen der Suchtprävention/Gesundheitsförderung und insbesondere die Vorteile des Peer-to-Peer-Ansatzes.

     

    Katrin Piper, Projekt FREE YOUR MIND, Deutscher Kinderschutzbund Leipzig e. V.

     

     

    7. Themenfokus: Ressourcenaktivierung - Impulse für ein starkes Selbstwertgefühl für Kinder und Jugendliche. Spielerisch den Selbstwert stärken!

    Selbstbewusstsein, Selbstwert und Selbstachtung sind suchtprotektiv und wesentliche Wirkfaktoren auch im pädagogisch begleiteten Entwicklungsprozess. Dieser Mitmach-Workshop ist eine Einladung, um ihre eigenen und die Stärken ihrer Klienten zu entdecken. Spielend, im lockeren Austausch erfahren Sie anhand der Materialien "Stärken- Schatzkisten", wie Leichtigkeit und Tiefgründigkeit einher gehen können. Erleben Sie, wie der Ressourcenfokus beziehungsfördernd wirkt, das Zutrauen die Bewältigungskompetenz stärkt und ein Beitrag zur Psychohygiene als "Helfer" sein kann. Spielfreude, Begeisterung und neue Sichtweisen kommen dabei nicht zu kurz. Ein kurzer theoretischer Input veranschaulicht die Verortung von Ressourcenaktivierung in der Suchtprävention.

     

    Falk Scholz, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, systemischer Paar- und Familientherapeut, Autor