FreD

Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumenten

Das FreD-Konzept, entwickelt vom Landschaftverband Westfalen-Lippe (LWL), folgt einem sehr einfachen Prinzip: Nicht wegschauen, sondern handeln! Irgendjemandem fallen junge Menschen garantiert irgendwann auf, wenn sie übermäßig Alkohol trinken oder illegale Drogen konsumieren. Dann muss eingeschritten werden! Der Zeitpunkt des richtigen und frühzeitigen Eingreifens darf nicht verpasst werden. Denn die Folge könnte sein, dass der betreffende junge Mensch in ein noch größeres Suchtproblem abgleitet.

Fallen junge Menschen wegen Drogen- oder Alkoholkonsums auf - bei der Polizei, in der Schule, am Arbeitsplatz, im Verein -, dann folgt eine "gesundheitsbezogene Intervention". Das ist der FreD-Kurs, geleitet von erfahrenen FreD-Trainerinnen und -Trainern.

Die Teilnahme am Interventionskurs ist keine Strafe. Die Jugendlichen erhalten damit die Chance, frühzeitig über ihren Drogenkonsum und ihren Weg dorthin nachzudenken. Eine Chance, um Schlimmerem vorzubeugen.

Ein einfaches Prinzip, das sehr erfolgreich ist!

Unser Ansprechpartner für dieses Projekt

Michael Wilde
Telefon: 03 51 / 44047719
E-Mail: wilde@suchtprae...

Aktuelle FreD-Standorte Sachsen

Warum FreD?

FreD ist seit seinen Anfängen im Jahr 2000 ein Programm der selektiven Prävention, das speziell auf jugendlichen Alkohol- und Drogenmissbrauch zugeschnitten ist. Der Bedarf dafür ist seit dem Ende der 1990er Jahre immer deutlicher geworden.

Immer mehr Jugendliche konsumierten illegale Drogen, insbesondere Cannabis wurde damals festgestellt. Schlimmer noch: Den jungen Menschen fehlte das Problembewusstsein. Für diese Gruppe gab es keine evaluierten Präventionskonzepte.

Ziel des Bundesmodellprojektes FreD war deshalb die Entwicklung eines kurzen, frühzeitig eingreifenden, gesundheitsbewussten Anbebotes für die jungen Menschen, die erstmals bei Polizei und Justiz wegen ihres Konsums illegaler Drogen aufgefallen sind. Insbesondere sollte die Gruppe Jugendlicher und Heranwachsender erreicht werden, deren Verfahren wegen Verstoßes nach § 31a Betäubungsmittelgesetz (voraussichtlich) eingestellt würde. Angeboten wurde und wird - nach einem "Intake-Gespräch" - ein achtstündiger Gruppen-Kurs zur Reflexion des eigenen Substanzkonsums.

Für wen ist FreD?

FreD richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene. Und es richtet sich an die relevanten institutionellen Akteure vor Ort.

FreD ist ein Ansatz der Kurz- und Frühintervention. Gedacht ist er für junge Menschen, die möglicherweise am Beginn einer manifesten Suchtproblematik stehen. In dem Moment, in dem sie das erste Mal wegen ihres Substanzkonsums auffallen, bietet FreD eine Reflexionsmöglichkeit.

Trotz der in manchen Settings erfolgenden zwangsweisen Vermittlung in die FreD-Kurse versteht sich das Konzept nicht als Strafe. Vielmehr ist es gedacht als Hilfsangebot zur Selbsthilfe für riskant konsumierende Jugendliche.

Selbst wenn die Vermittlung mit einer Auflage verbunden wird, ist das Ziel von FreD nicht die Sanktionierung des Drogen- oder Alkoholkonsums, sondern die Motivierung zur Änderung des Konsumverhaltens.

Teilnehmende Jugendlichen haben zwei Vorteile durch FreD: Sie erhalten die Möglichkeit, ihren Rauschmittelkonsum zu reflektieren und zu reduzieren. Und sie vermeiden möglicherweise schlimmere Folgen ihres riskanten Konsums.

Zielgruppe

FreD richtet sich an Konsumenten illegaler oder legaler Drogen, die noch keine manifeste Abhängigkeit entwickelt haben. Nicht geeignet ist FreD für Heroin-Konsumenten und für Jugendliche ohne Konsumerfahrung.

FreD ist die richtige Maßnahme für

  • Junge Menschen von 14 bis 21 Jahren, in Einzelfällen bis 25 Jahre,
  • die mit illegalen Drogen oder Alkohol zu tun haben
  • und deswegen anderen aufgefallen sind.

Die "Anderen" können sein

  • Polizei/Justiz
  • Arbeitsplatz
  • Schule
  • andere Settings

FreD-Kooperationspartner

FreD wird in einem Ort oder einer Region von einer Präventionsfachstelle, einem Jugendamt, einer Beratungsstelle oder einer ähnlichen Einrichtung durchgeführt. Diese Stelle benötigt auf jeden Fall Kooperationspartner. Nur so können die Interventionen erfolgreich sein.

Als Kooperationsparter bieten sich die Institutionen an, denen die Jugendlichen wegen ihres Alkohol- oder Drogenkonsums auffallen. Das können z.B. sein:

  • Polizei/Justiz
  • Schule
  • Betrieb
  • Familie
  • Jugendhilfe

Der FreD-Anbieter ist darauf angewiesen, dass die Kooperationspartner Jugendliche von FreD überzeugen und diese dann in die Kurse vermitteln. Der Abbau von Skepsis und der Aufbau von Vertrauen in die FreD-Intervention ist deshalb eine der vordringlichsten Aufgaben.